samstag:
motiviert, aber ungewiss wie weit meine kräfte reichen würden, startete ich um fünf uhr auf den inlineskates in thun. ich nahm das ganze eher gemütlich in angriff, doch gegen schluss wurde das tempo in der gruppe doch noch ziemlich schnell. und so wechselte ich sehr früh in langnau aufs bike (leider bereits mit offenen blasen an den füssen, ein inlinetraining vorher war wohl zu wenig...). die schöne bikerunde über die lüdere, wasen, hinterarni konnte ich ziemlich geniessen. und in langnau erwarteten mich ja wieder viele bekannte gesichter! so waren die letzten bike- und die ersten rennvelometer ein genuss. in richtung entlebuch fuhr ich in einer gruppe ein flottes tempo und im aufstieg nach sörenberg fühlte ich das erste mal, dass meine beine wohl heute nicht bis zum schluss wunderbar sein werden. in sörenberg erlaubte ich mir eine viertelstunde mittagshalt. das teller penne tat mir richtig gut. dabei war ich nahezu der einzige. das beunruhigte mich aber nicht, da ich wusste, dass der tag noch lange dauern würde. der rest bis zur passhöhe und weiter nach lungern benutzte ich zum verdauen, sprich in bummeltempo. dann folgte das higlight des tages: 3 km abkühlung durch den lungernsee. das war wirklich eine wohltat. am liebsten hätte ich noch eine runde angehängt! der rest der rennradstrecke fuhr ich in einer gruppe ein gutes tempo. dann der wechsel auf die 31km laufen in interlaken. die temperatur war nun deutlich über 30°C und meine beine wohl auch. so ging ich die strecke gemächlich an. bis km 15 konnte ich den grössten teil laufen und dann war schluss. der rest war nur noch kampf über die kilometer. als ich schliesslich im ziel ankam, wusste ich, dass der sonntag wohl nicht einfach wird...
sonntag:
nach einer kurzen nacht fühlte ich mich am morgen nicht wirklich fit. so schwamm ich die 3km durch den aufgewühlten thunersee gemütlich in meinem tempo. diese strategie befolgte ich auch auf den inline. und auf dem rennvelo. dabei wurde ich zwar laufend ein bisschen überholt, ich war mir aber nicht sicher, was ich mir noch zutrauen konnte. nach 88 der 128 rennvelokilometer gönnte ich mir wiederum die viertelstunde zeit zum mittagessen. und heute kamen ganz viele athleten. so fuhr ich anschliessend in einem für mich angenehmen tempo über den jaunpass und erreichte schliesslich zweisimmen. dabei hatte ich immer noch ein lockeres gefühl. also verfolgte ich weiter meine strategie, möglichst ein "angenehmes" tempo zu fahren. so verflog die bikestrecke fast im flug und plötzlich war ich in spiez. nun trennten mich noch 19 laufkilometer vom ziel. diese lief ich relativ zügig an und konnte bis kilometer 12 das tempo halten, bevor sich mein magen meldete. der rest war dann laufen mit geh- (und wald-)pausen. und schliesslich ereichte ich mit einem ziemlich angenehmen gefühl thun... und das war das wichtigste!
Vielen dank an:
- meine zwei supporter! ihr habt wieder mal unglaubliches geleistet!
- meine freundin und familie, welche mich unterwegs unterstützt haben
- die andern bekannten zuschauer, welche zum teil dem ganzen wettkampf nachgereist sind...
- athleten die mich unterwegs unterstützt haben (merci rolf siegenthaler!)
das comeback über die halbe distanz: mit letzten kräften ins ziel geschleppt...
schwimmen: der start im sehr kalten wasser war ziemlich chaotisch. viele schläge kaum atem, kein rhytmus. so hatte ich für die ersten paar meter elend lange und wurde bereits ein erstes mal nervös. war damit mein ticket nach clearwater schon weg? doch nach rund 400 meter beruhigte sich das ganze und ich fand meinen rhytmus am linken rand des feldes. und nach der wende fühlte ich mich (wohl das erste mal in meiner ganzen schwimmkarriere...) richtig locker und konnte den rest der schwimmstrecke geniessen. so stieg ich rund 5 minuten früher als vor 2 jahren aus dem wasser. (wenn ich mich weiter so steigere, werde ich sogar noch zum schwimmer...)
rad: nach einem schnellen wechsel stieg ich motiviert aufs rad. da die sonne bereits brannte konzentrierte ich mich auf eine gute flüssigkeitsaufnahme. ich fühlte mich in beiden runden sehr gut (zweimal eine 71er zeit für die 45km) und war nach 2h 23min zurück in der wechselzone und befand mich bereits auf rang 12. und da sich der rückstand auf die vorderen plätze in grenzen hielt, rechnete ich mir als starker läufer sehr viel aus.
lauf: Nach einem erneut schnellen wechsel, lief ich den halbmarathon in knapp unter 4 min/km an. so überholte ich bereits auf den ersten zwei kilometer drei gegner und befand mich auf platz neun. nach drei kilometer trank ich ich wenig cola und ... drei schritte später schickte mir der magen das menü retour. nun wusste ich, dass das rennen für mich gelaufen war. ich rannte weiter und wusste, wenn ich mich nicht ernähren konnte, wird irgend einmal der akku leer sein. so konnte ich mich auf den ersten 10 km noch knapp in den top ten halten. auf den letzten 10 km schwanden meine kräfte jedoch noch mehr und so schleppte ich mich schliesslich als 12er ins ziel.
fazit: schade, ich fühlte mich gut, hatte grosses vor und überzockte wohl - die hitze stellte sich meinem unterfangen in die quere. Nun - die nächste chance kommt bestimmt, da ich keine probleme mit der hüft hatte. und dies ist doch um so erfreulicher!
auf dem halbmarathon...
das rennen begann bereits zwei tage vor dem start: donnerstagmorgens versammelte sich die angespannte reisegruppe (meine eltern, meine freundin und ich) am bahnhof in langnau. nach einer angenehmen reise über zürich - washington - tampa (hoffentlich kommt mein velo an, hoffentlich...) erreichten wir am donnerstagabend gegen 21 uhr ortszeit endlich mit unserem gemieteten auto das hilton (ja, hilton! tönt aber nach mehr als es ist) in clearwater. kurz ewtas essen und dann gings ab ins bett.
der freitag startete mit dem zusammenbau meines rades, welches die reise gut verdaut hatte. anschliessend schlenderten wir ein erstes mal übers wettkampfgelände, das nur 100m neben dem hilton (12 dollar für eine handvoll geschnittene früchte, aber HALLO!) lag. danach ging der tag mit dem check-in, der abgabe meines velos und meiner säcke für die wechselone weiter. mitte nachmittag war mein material und ich bereit für den samstag. nachdem wir noch unseren 8,5m camper für die anschliessenden ferien geholt und ein ausgewogenes (erkläre ich lieber nicht weiter) nachtessen zu uns genommen hatten, gings ab in mein kingsize bett (mit 7 kissen).
der samtagmorgen begann früh mit dem aufstempeln der startnummer auf den oberarm, letztem check des rades und warm-up. um 8.00 uhr war es dann endlich soweit: die 92 qualifizierten meiner kategorie (25 - 29 jährige) wurden als letzte ins wasser geschickt. potz tussig ging das los! ich hatte mir vorgenommen, einfach meinen rythmus zu schwimmen, aber die anderen legten los wie die feuerwehr. ich blieb bei meiner taktik und dadurch kamen mir die 1,9 km ziemlich kurz vor. aus dem wasser - ein die wechselzone - sack nehmen - neopren runter - Velohelm auf - neopren in den sack zurück - raus zum velopark - (??? warum sind da neben meinem velo nur noch drei andere???) - velo nehmen - raus aus dem velopark - und ab auf die 90km: der wechsel verlief mit gut 2 min sehr schnell. Aber nun musste ich mich mal mit dem gedanken anfreunden, dass ich 4. letzter war und das nicht bleiben wollte. also drückte ich mal aufs gas: 39 km nach einer stunde. wohl doch etwas schnell und so nahm ich wieder etwas tempo raus. vor dem wendepunkt kamen mir zwischenzeitlich gruppen von 20 und mehr fahrern entgegen! so konnte ich natürlich hinten noch so viel tempo machen wie ich wollte und hatte keine chance. auch meine hoffnung in schiedsrichter die das ganze kontrolliert hätten wurde leider enttäuscht. so kam ich ein bisschen sauer, ein bisschen mental erschöpft (schon mal auf einer dreispurigen strasse 20 km geradeaus gefahren?), aber topmotiviert für den abschliessenden halbmarathon in die wechselzone zurück. nach einem erneut schnellen wechsel starte ich gemächlich, den der respekt vor der hitze und der asphaltierten strecke ist gross. nun ueberhole ich auch weitere Konkurrenten, was natuerlich super fuer die moral ist. alle 2 km ist ein verpflegungsposten an welchen ich abwechselnd drinke und mir wasser ueber den Kopf leere. so komme ich immer schneller voran ohne anzeichen eine krise. der laufkurs besteht aus zwei identischen runden und als es auf die zweite runde geht, sind meine beine noch so gut wie am morgen. nach jedem Meilenschlild versuche ich auszurechenen, wie weit es noch geht. damit kann ich ueberpruefen wie sehr ich am anschlag laufe. und es gelingt mir bis fast am schluss auf anhieb. dazu rechne ich immer an meiner zielzeit herum. schliesslich erreiche ich die letzte, 3km lange gerade und weiss, dass ich ein gutes rennen machen werden. so laufe ich die letzten 3 km mit einem schnitt der deutlich unter 4 min/km liegt und überquere nach 4h 38min 48sek die zielline.
fazit
ich bin super zufrieden mit meinem rennen! ich hatte den ganzen tag keine grössere krise, habe eine neue persönliche bestzeit erzielt und habe vor allem an meiner halbmarathonzeit (1h 25min 46sek) grosse freude. dazu war es ein wunderschönes erlebnis! klar ist ein 65. rang von 92 gestarteten nicht überragagend, aber die konkurrenten haben wohl zwischendurch auch mal trainiert...
die rennvorbereitung zum diesjàhrigen napfmarathon begann mit dem obligaten spaghettiessen in trubschachen am vorabend des rennens. dabei ist das essen jeweils nur ein teil des happenings: viel spannender ist das plaudern und fachsimpeln mit all den anderen bekannten läufern.
nach einer anstrendenden nacht (leider findet jedes jahr der ironman hawaii in dieser nacht statt, mit mir als zuschauer...) traffen wir uns am sonntagmorgen in trubschachen zum start. ich (war natürlich noch nicht so wach...) und tobi (war hingegen sehr wach und ständig am einlaufen) besprachen letzte details (..."wenn du lànger als 1h30 hast, starte ich gar nicht mehr"). so wurde es schliesslich halb zehn und tobi konnte starten. und wie der loslegte: seinem horrenden anfangstempo konnte niemand folgen! ...und ich befürchtete schon das schlimmste!
während tobi nun zu fuss richtung napf unterwegs war, fuhr ich mit dem auto in diese richtung und nach einem 50 minütigen marsch war ich in der wechselzone auf dem napf angekommen. nun war auch ich wach und nach einem kurzen einlaufen bereit, die übergabe von tobi zu übernehmen und nach trubschachen zurück zu laufen. mit knapp zwei minuten rückstand erschien tobi (gesichtsfarbe:schneeweiss) auf rang drei. nun hiess es für mich volldampf, wenn es aus der titelverteidigung noch etwas werden sollte. und trotz schmerzen in abwärtspartien konnte ich sehr zügig starten. da ich auf der gesamten strecke immer wieder bekannte traf, welche mich anfeuerten, verflogen die kilometer im nu. noch vor kilometer dreissig war ich auf den zweiten platz vorgestossen und hatte vor, noch mehr druck nach vorne zu machen. leider bekam ich dabei leichte magenbeschwerden und die beine wurden auch schwerer. als mir dann ein zuschauer etwa bei kilometer 36 mitteilte, dass der rückstand zur spitze gut drei minuten sind, forcierte ich nicht mehr. so konnte ich in einem ziemlich guten zustand nach 3h 09min 36 sek in trubschachen auf dem 2.rang liegend einlaufen. das war wirklich toll, merci für die vorarbeit tobi!
der diesjährige napfmarathon war betreffend wetter, zuschauer und läufer wunderbar! ich bedanke mich bei der organisation für das tolle rennen, bei den zuschauern für die fantastische unterstützung und GRATULIERE ALLEN LäUFERN ZU IHREM ERFOLGREICHEN ABSCHNEIDEN!